Was der Camino nicht war

Statue des Apostels in der Kathedrale in Santiago

Laaangweilig

Vor dem Abflug nach Porto habe ich mir vier Hörbücher runtergeladen. Papierbücher sind ja zu schwer für einen Rucksackpilger. Ich hatte Sorge, es könnte mir langweilig werden. Immer laufen. Natur. Immer dasselbe. Die Wahrheit ist, es war keine einzige Minute langweilig. Selbst bei den härtesten Etappen nicht. Ich habe nicht ein einziges Hörbuch gehört, im Hotel nicht einmal ferngesehen.

Einsam

Ich hätte doch gar niemanden zum reden. So ganz alleine. Das war die Meinung vieler. Ich habe mir dann schon die Frage gestellt, habe ich mir zu viel vorgenommen? Kann ich es mit mir aushalten? Bekomme ich Heimweh, wie bei der letzten Sylt-Reha? Die Wahrheit ist wieder, ich war keine einzige Minute einsam. Ich war alleine und das war schön, aber nie einsam. Ich habe so viele Menschen getroffen, so viele anregende Gespräche geführt, so viel gelernt und so viel Spaß gehabt.

Verbissen

Natürlich gibt es die, die zum Ziel rennen müssen. Aus sportlichem Ehrgeiz oder was auch immer. Es gibt aber auch viele, die in ein Taxi steigen. Man könnte in Santiago einen Tag nur vor der Kathedrale sitzen und den Pilgern beim Ankommen zuschauen. Wie sie feiern. Diese Leichtigkeit. Diese Freude. Diese Menschenfreundlichkeit. Diese Lebensfreude.

Leicht

Der Camino gibt nicht nur, er fordert auch. Leicht ist es nicht. Man braucht Durchhaltevermögen. Er ist nicht leicht zu konsumieren. Er ist unbequem. Er stellt viele Fragen. Am Ende wird man für die Anstrengung belohnt.

Teuer

Jeder, wirklich jeder kann ihn laufen. Man braucht nur einen Rucksack und gute Schuhe. Ein paar Euro für den Schlafsaal und auch die kann man zur Not einsparen, in dem man kirchliche Angebote annimmt. Wenn man etwas braucht, sind so viele Menschen da, die geben. Ob das Ohrstöpsel sind, die mir Jutta geschenkt hat oder eine Flasche Wasser.

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